Über das Projekt
Im Jahr 2022 wurde der Marktwert von Lebensmittelverlusten in der EU auf 132 Milliarden Euro geschätzt. In der Großregion (Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Belgien) gehen schätzungsweise 15 bis 20% der landwirtschaftlichen Erzeugnisse jedes Jahr verloren, bevor sie überhaupt den Endverbraucher erreichen. Die Produktgruppe mit den höchsten Verlusten (nach Gewicht) in der EU ist Obst (27%), gefolgt von Gemüse (20%) und Getreide (13%). Die Umweltauswirkung von Lebensmittelverlusten ist ebenfalls erheblich: Sie macht 16% der CO2-Emissionen, 12% des Wasserverbrauchs, 16% der Landnutzung und 15% der Eutrophierung der Meere aus. Hauptursachen sind unzureichende Reifeprüfungen, ineffiziente Sortierverfahren und ungeeignete Lagerbedingungen. Diese Verluste betreffen insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die eine zentrale Rolle in der regionalen Landwirtschaft einnehmen. Bestehende manuelle Qualitätskontrollen sind nicht nur arbeitsintensiv, teuer und inkonsistent, sondern werden den wachsenden Marktanforderungen nicht mehr gerecht. Zudem besteht der Stand der Technik meist aus manuellen Stichproben mit zerstörender Prüfung der Früchte durch Aufschneiden und Entnehmen von Proben. Gleichzeitig sind automatisierte Lösungen für viele KMUs finanziell unerschwinglich oder nicht ausgereift genug. Die Folgen dieser Lebensmittelverluste reichen von wirtschaftlichen Einbußen bis hin zu einem erhöhten ökologischen Fußabdruck durch unnötige Transport- und Entsorgungskosten. Das Projekt adressiert diese Herausforderungen und zielt darauf ab, Lebensmittelverluste zu reduzieren und nachhaltige, effiziente Prozesse entlang der Obstlieferketten in der Großregion zu etablieren.
Schwerpunkte des Projekts:
- Zerstörungsfreie Bestimmung von Reifegrad und Qualitätsmerkmalen bei Obst mithilfe künstlicher Intelligenz
- Erfassung von Frischeparametern durch moderne Sensorik entlang der Lieferkette
- Fundiertere logistische Entscheidungen nach der Ernte auf Basis von Reife- und Frischeinformationen
- Untersuchung gesundheitsrelevanter Eigenschaften von Früchten und möglicher probiotischer Effekte
- Entwicklung und Erprobung praxisnaher Instrumente für kleine und mittlere Betriebe
Beitrag zur nachhaltigen Wertschöpfungskette:
- Effizientere Nutzung von Ressourcen
- Reduktion von Obstverlusten entlang der Lieferkette
- Mehr Transparenz in grenzüberschreitenden Wertschöpfungsstrukturen
- Wirtschaftliche Stärkung regionaler KMU